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Rolf Wenzel nach 32 Jahren aus dem Vorstand des Abwasserverbandes Schleifbach verabschiedet

Kai Gerfelder: "Mehr als drei Jahrzehnte: kollegial, verlässlich und freundschaftlich"

Seligenstadt/Mainhausen/Karlstein. Nach mehr als drei Jahrzehnten endet eine Ära beim Abwasserverband Schleifbach: Zum 01. Oktober scheidet Rolf Wenzel aus dem Vorstand des Verbandes aus. Seit 1994 gehörte er den Verbandsgremien an, von 2007 bis 2011 als Erster stellvertretender Verbandsvorsteher und seit 2011 als Verbandsvorsteher. Damit hat Wenzel die Entwicklung des Verbandes über 32 Jahre hinweg begleitet und maßgeblich mitgestaltet. Zu seinem Nachfolger wurde in der letzten Verbandsversammlung Joachim Bergmann aus Seligenstadt gewählt.

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Der Abwasserverband Schleifbach steht seit seiner Gründung im Jahr 1966 für eine besondere Form der interkommunalen Zusammenarbeit. Mainhausen, Seligenstadt und das bayerische Karlstein arbeiten hier über Gemeinde-, Kreis- und sogar Landesgrenzen hinweg bei einer zentralen Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge zusammen. Die Kläranlage wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder an neue technische und ökologische Anforderungen angepasst. Bereits 2009 wurde nach einer umfangreichen Modernisierung und Erweiterung die Kapazität von 25.000 auf 39.000 Einwohnerwerte erhöht.

Diese Zusammenarbeit war auch für Wenzels Amtsführung prägend. Dabei ging es nicht allein um das Zusammenspiel der drei Mitgliedskommunen. Besonders wichtig war ihm die kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes.

Während der 15 Jahre Wenzels als Verbandsvorsteher wurde die technische Entwicklung der Kläranlage kontinuierlich vorangetrieben. Ein wichtiger Schritt war der Ausbau der eigenen Energieerzeugung. Photovoltaik und Blockheizkraftwerk tragen inzwischen erheblich dazu bei, den hohen Strombedarf der Anlage selbst zu decken. Damit verknüpfte der Verband wirtschaftliche Überlegungen mit dem Ziel, Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß zu reduzieren.

Diesen Weg soll der Abwasserverband in den kommenden Jahren konsequent fortsetzen. Zu den zuletzt unter Wenzels Leitung auf den Weg gebrachten Planungen gehört eine weitere deutliche Stärkung der eigenen Energieversorgung. Vorgesehen sind die Erweiterung der Photovoltaikanlagen und die Errichtung eines Großbatteriespeichers. Damit soll selbst erzeugter Solarstrom künftig noch besser für den Betrieb der energieintensiven Kläranlage genutzt und die Abhängigkeit vom Strombezug aus dem Netz weiter verringert werden.

Ein weiteres bedeutendes Zukunftsprojekt war die grundlegende Überarbeitung des Prozessleitsystems der Kläranlage. Das Prozessleitsystem bildet gewissermaßen das technische Nervenzentrum des Betriebs: Seine Erneuerung schafft die Grundlage dafür, die komplexen Abläufe der Abwasserreinigung auch künftig sicher und effizient zu steuern und neue technische Anforderungen integrieren zu können.

Als nächstes Ziel wurde die Verbesserung der Klärung des Abwassers als Vorgabe für das kommende Wirtschaftsjahr festgelegt. Hierfür ist die Finanzierung eines Pilotversuches vorgesehen, der die Abwässer so reinigen soll, wie dies durch eine 4. Reinigungsstufe möglich macht. Dabei soll unter anderem die Entfernung von Spurenstoffen, z. B. pharmazeutischen Rückständen, Nanopartikeln usw., ermöglicht werden. Nicht die Erhaltung der Umwelt war sein Ziel, sondern jeder ist für die Verbesserung verpflichtet.Damit setzte Wenzel in seinen letzten Amtsjahren zugleich wichtige Weichen über seine eigene Amtszeit hinaus.

„Rolf Wenzel hat den Abwasserverband Schleifbach über mehr als drei Jahrzehnte begleitet und geprägt. Dabei ging es ihm nie nur darum, den laufenden Betrieb sicherzustellen. Er hat gemeinsam mit den Gremien immer wieder den Blick nach vorne gerichtet und wichtige Investitionen und Modernisierungen auf den Weg gebracht. Besonders ausgezeichnet hat ihn aber die Art der Zusammenarbeit: kollegial, verlässlich und über viele Jahre auch freundschaftlich. Dass bei uns neben der notwendigen Sacharbeit auch das persönliche Miteinander seinen Platz hatte, gehört zu dem, was Rolf Wenzel unserem Verband mitgegeben hat. Dafür gebühren ihm großer Respekt und unser herzlicher Dank“, würdigt der Erste stellvertretende Verbandsvorsteher Kai Gerfelder aus Mainhausen das Wirken Wenzels.

Foto von links nach rechts: 1. Stellv. Verbandsvorsteher Kai Gerfelder, Rolf Wenzel, neu gewählter Verbandsvorsteher Joachim Bergmann